Das Schuh ABC -
Schuhwissen bei Hirmer

Ballenbreite

 
Um die Ballenbreite zu ermitteln wird die breiteste Stelle des Fußes über dem Ballen von kleiner zu großer Zehe gemessen.

Beizen

 
Als Beizen bezeichnet man einen Teil des Gerbvorganges, bei welchem der Blöße (gerbfertige, gesäuberte Lederhaut) Eiweiß entzogen wird. Dadurch wird das Leder letztendlich weich und anschmiegsam.

Blattschnitt

 
Unter Blattschnitt versteht man einen Schaftgrundschnitt für geschnürte Halbschuhe, bei dem das Blatt auf die Quartierteile (die beiden seitlichen bis zur Ferse gehenden Teile) aufgesetzt wird. Diese Form wird auch häufig Oxford genannt. Sie ist die elegante Version.

Blucher

 
Internationale Bezeichnung für Schuhe mit offener Schnürung. Die beiden zu verschnürenden Teile des Verschlusses sind auf die Seiten des Schaftes genäht. Der Name ist abgeleitet von Feldmarschall Blücher, der für seine Truppen entsprechende Schuhe anfertigen lies.

Brogue

 
Dieser Halbschuh hat das besondere Merkmal, dass seine Schaftteilkanten und gegebenenfalls auch Vorderkappe mit einem Lochmuster versehen ist. Den Brogue oder Halfbrogue gibt es sowohl in der Derby als auch in der Oxford, bzw. Blattschnitt-Ausführung.

Budapester

 
Mit Budapester bezeichnet man einen breiten, hohen Fullbrogue mit leicht aufgeworfener Schuhspitze und zwiegenähter Doppelsohle.

Captoe

 
Derby oder Oxford mit Querkappennaht. Keine weiteren Musterungen oder Nähte im Vorderschuhbereich.

Chelsea-Boot

 
Herrenstiefel mit Höhe über dem Knöchel und beidseitig angebrachtem, dehnbaren Gummieinsätzen. Der Ursprung dieses Stiefels liegt im Reitsport. Er erfreut sich auch weiterhin großer Beliebtheit in diesem Kreis.

Chukka-Boot

 
Dieser Boot kommt auch aus dem Reitsport, genauer gesagt aus dem Polosport. Er war der Vorläufer des Polostiefels und wurde damals mit Lederbandagen kombiniert. Er ist knöchelhoch, in Veloursleder und in der Regel rahmengenäht.

Collegeschuh

 
Ein in den USA sehr beliebtes Schlupfschuhmodell, eigentlich Pennyloafer genannt. Seinen Namen hat er in den USA an den Universitäten erworben, da er ein beliebter Schuh der Studenten war. Viele Studierende waren damals wohl etwas abergläubisch, deswegen haben sie sich eine Einpennymünze in die Schlaufe ihrer Schuhe gesteckt - in der Hoffnung, dass dies Glück bringt. JFK war einer der berühmtesten Träger dieser Schuhe und hat wie kein Anderer den Ostküstenlook geprägt.

Cordovan

 
Sehr dichtes, vegetabil gegerbtes Leder aus der mittleren Hautschicht der Kruppe eines Pferdes. Es handelt sich um ein sehr haltbares aber wenig atmungsaktives Leder. Die wohl berühmteste Gerberei von Pferdeleder ist Horween in Chicago. Man kann wohl sagen, dass ein Schuh aus Pferdeleder - bei guter Pflege - ohne weiteres 20 Jahre hält. Der bekannteste Anbieter solcher Schuhe ist Alden aus den USA.

Echt Rahmengenäht

Mit echt Rahmengenäht bezeichnet man Schuhe die am Rahmen mit einer Einstech- und Doppelnaht verarbeitet und NICHT geklebt sind. Bei „unecht“ Rahmengenähten Schuhen ist z.B. sehr oft der Rahmen an den Zwickeinschlag geklebt und mit einer Doppelnaht am Rahmen befestigt.

Eichencroupon

 
Eichengegerbtes Sohlenleder aus dem Kernbereich der Lederhaut. Alle stabilen Sohlen werden aus diesem Stück des Leders gemacht. Die besten Gerbereien sind im Altgerber - Verband e.V. vereint. Die berühmteste dieser kleinen feinen Zunft ist die Gerberei Johannes Rendenbach in Trier.

Einstechnaht

 
Diese Naht (meist als Kettenstich ausgeführt) befestigt den Schuhschaft mit dem Rahmen an der Unterseite der Brandsohle des Schuhs. Die Einstechnaht kennzeichnet den Rahmengenähten Schuh.

Endzurichtung

In diesem Produktionsschritt der Schuherstellung bekommt der Schuh sein endgültiges Aussehen und Eigenschaften, wie Glanzeffekt, Imprägnierung und Abriebfestigkeit.

Espadrilles

 
Ein sehr leichter Leinenschuh, mit einer von Hand angenähten Canvas- oder Hanfsohle, der seinen Ursprung im Mittelmeerraum in Spanien und Frankreich hat. Der beliebte Sommerschuh ist an der Sohle sehr feuchtigkeitsempfindlich, aber wunderbar bequem.

Fersenfutter

 
Dies ist der Teil im Innenschuh an dem die Ferse anliegt. Bei vielen Schuhen wird hier die raue Seite zum Fuß eingearbeitet. Dies hat den Vorteil, dass der Halt im Fersenbereich noch besser ist. Da dieser Teil relativ stark beansprucht wird, kommt man nicht Drumherum, gelegentlich vom Schuhmachermeister ein neues Fersenfutter einarbeiten zu lassen.

Fullbrogue

 
Dieses Modell ist mit Lochmustern verziert. Die Perforationen verlaufen über die Flügelkappe sowie über die Nähte an den Schaftseiten. Häufig findet sich auf der Schuhspitze noch die Lyra, oder auch Rosette genannt. Diese erinnert in der Optik häufig an eine Lilie. Den Ursprung hat der Fullbrogue in den Highlands von Schottland. Die dortige Landbevölkerung trug diesen Schuh beim Torfstechen bzw. bei der Arbeit im Moor. Die Löcher des FB dienten damals dazu, dass das eintretende Wasser wieder entweichen konnte. Sie erfüllten also eine rein praktische Funktion.

Fußlängenmaß

 
Dies bezeichnet die größte Länge der Fußsohle, gemessen von der Ferse bis zum längsten Zeh.

Haferlschuh

 
Dieser Schuh hat eine lange Tradition als Arbeitschuh in Bayern. Bereits vor 250 Jahren wurden diese Schuhe in einfacher Art gefertigt. Dickes, pflanzlich gegerbtes Leder wird ohne Futter in einer zwiegenähten Machart verarbeitet. Die Knöchelpartien sind sehr weit ausgeschnitten um ein Höchstmaß an Komfort zu erreichen. Die Fersenpartie ist leicht erhöht um trotzdem einen festen Sitz der Schuhe zu garantieren.

Halfbrouge

 
Schuh dessen Querkappe mit großen oder kleineren Löchern symetrisch/ornamental verziert ist. Das englische Synonym ist Semibrogue.

Hinterkappe

 
Dieser Teil des Schuhs dient zur Versteifung des Fersenbereiches. Er sorgt dafür dass die Form des Schuhs erhalten bleibt. Bei eleganten Schuhen liegt sie zwischen Futter und Außenschaft, beim Wander- und Arbeitsschuh wird die Hinterkappe außen aufgesetzt. Um keine Zerstörung der Kappe zu bekommen, sollte bei Halbschuhen immer ein Schuhlöffel verwendet werden. Ist mal keiner zur Hand, tut es auch ein Stofftuch, wie z.B. das Taschentuch.

Huntingleder

 
Dieses sehr robuste, nicht gespaltene Veloursleder mit hoher Lebensdauer wird hauptsächlich für hochwertige Bergschuhe verwendet.

Imprägniermittel

 
Diese Pflegemittel sorgen nach dem Auftragen dafür, dass Feuchtigkeit und Schmutz nicht mehr oder weniger schnell in das Schuhleder eindringen kann. Es werden heutzutage meist Fluorcarbonharze und Silikone für das Imprägnieren genutzt. Aber es gibt natürlich auch Imprägniermittel, die auf rein pflanzlicher Basis hergestellt sind.

Innensohle

 
Bei hochwertigem Schuhen ist die Innensohle identisch mit der so genannten Brandsohle.

Kalbleder

 
Festeres Leder vom Kalb (max. 3 Monate alt). Das sehr weiche Leder gilt als besonders edel.

Kareeform

 
Eckige Form der Schuhvorderkappe.

Klimamembran

 
Wasser- und winddichte, aber dampfdurchlässige Membran, die mit einer vliesartigen Trägerschicht als Laminat in Schuhen verwendet wird. Bei hochwertigen Lederschuhen wird diese Membran nicht verwendet, weil diese eine zusätzliche Barriere für das ungehinderte Verdampfen von Feuchtigkeit (Schweiß) bildet. Haupteinsatzgebiet dieser Membranen sind Stiefel und Kinderschuhe.

Kreuzschnürung

 
Bei dieser Schnürtechnik, überkreuzen sich die Schnürsenkel zwischen den einzelnen Haken oder Ösen von beiden Seiten. Diese Art der Schnürung wird meist für Sportschuhe/Sneakers verwendet.

Langschaftstiefel

 
Bei dieser Stiefelart reicht die Schafthöhe bis über die Mitte der Wade. Umgangssprachlich wird dieser Stiefel (wenn er Lammfellgefüttert ist!), auch Maronibrater genannt. Seinen Namen hat er durch die Standlverkäufer in Wien bekommen, die dort im Winter ihre Maroni feilbieten.

Laufsohle

 
Die unterste Sohlenschicht des Schuhs bildet die Lauffläche. Diese kann aus Leder, Gummi, Kunststoff, Holz oder anderen Werkstoffen sein.

Lefa

 
Abkürzung für Lederfasermaterial. Alle als Abfall anfallenden Lederfasern werden mit einem wasserfesten Bindemittel verbunden und verpresst. Dieser Verbindung wird oft als Lederersatz verwendet.

Loafer

 
Schnürloser Schuh, der zum bequemen Hineinschlüpfen einlädt. Deshalb ist dieser Schuh bei Männern sehr beliebt und wird meist als “Slipper“ bezeichnet. Loafer haben eine separate Sohle und sind ein Schuhmodell mit dem man immer gut angezogen ist, welches dabei weder zu elegant noch zu leger wirkt.

Nappa(Leder)

 
Weiches, sehr griffiges Glattleder das seine Eigenschaften durch verschiedenste Gerbstoffe, intensives Fetten und mildes Trocknen erreicht.

Narbenbild

 
Wie jede Haut, kann auch die Tierhaut nach dem Entfernen der Epidermis ein gewisses ungleiches Oberflächenbild aufweisen. Dieses wird durch Fett-/Schweißdrüsen und Haarlöcher bestimmt. Durch nachträgliches Aufprägen kann dieses Bild bis zu einem Gewissen Grad auch verändert werden. So können z.B. künstliche Narben aufgeprägt werden.

Offene Schnürung

 
Bei diesem Schnürverschluss liegen die zusammenzuschnürenden Schaftteile seitlich auf dem Vorderblatt (beim Derby) oder auf den Seitenteilen aufgesetzt (beim Blucher). Diese Schnürung ist sehr flexibel und kann unterschiedlich weit eingestellt werden. Von sehr weit bis eng – alles ist möglich, was gerade für Herren mit einem hohen Rist sehr angenehm ist.

Oxford

 
Dieser Schuh sitzt schmaler am Fuß und gilt im Vergleich zum Derby oder Blucher als eleganter. Er hat in der Regel keine zusätzlichen Lochverzierungen. Weitere Versionen sind der Plain-, Semi- und Fullbrogue.

Querkappe

 
Mit Querkappe wird die äußere Vorderkappe eines Schaftes bezeichnet.

Rahmen

 
Bei rahmengenähten Schuhen ist mit Rahmen ein ca. 3 mm starker, 8-10 mm und etwa 60 cm langer Riemen aus Rindleder gmeint, der seitlich an die Kante unter der Brandsohle genäht wird. Der Rahmen stellt die direkte Verbindung zwischen Schuhoberteil und Sohle her. Was bei hochwertigem Schuhwerk zu Stabilität dient, wird bei günstigen Schuhen oft nur zur Zierde angeklebt.

Rein-Anilinleder

 
Dieses Leder ist durchgefärbt und besitz keinen zusätzlichen Farbauftrag auf der Oberfläche. Alle Lederporen sind offen und sichtbar. Besonderer Vorteil ist die hohe Atmungsfähigkeit, welche im Verhältnis zu ungefäbtem Leder bei 90 % liegt.

Tragepausen

 
Man sollte Schuhen regelmäßige Tragepausen gönnen um die Form des Schuhs zu erhalten und die Lebensdauer zu verlängern. Nach einem Tragetag, sollte der Schuh mindestens 24 Stunden ruhen. Diese Tragepause ermöglicht dem Leder wieder vollständig zu trocknen.

Unzugerichtetes Leder

 
Hiermit wird Leder bezeichnet das nach dem Gerben nicht weiter behandelt wurde.

Waschbares Leder

 
Es gibt Lederarten wie z.B. Rauleder, das seine Farbigkeit und Geschmeidigkeit behält, wenn es gewaschen wird.

Welted

 
Englischer Begriff für rahmengenäht.

Zehengreifer

 
Umgangssprachlicher Begriff für Zehenstegsandalen. Auf gut Deutsch: Flip Flops
Bitte haben Sie einen Augenblick Geduld
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