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Am Anfang war der Hut

Bis in die sechziger Jahre hinein war das Tragen eines Hutes gesellschaftliche Pflicht, gegen die kaum jemand verstieß. Zu dieser Zeit war auch der Anblick einer Hutschachtel noch etwas ganz Gewöhnliches. Sie war Aufbewahrungsbox und stetiger Reisebegleiter. Da die Hutschachtel wie der Hut und sein Besitzer viel in der Welt herum kam, nutzten Hutmacher die Schachtel auch gerne als Werbeträger für ihr Unternehmen. Der Hut ist immer mehr als alltägliches Kleidungsstück verschwunden, da man sich heutzutage die Haare jederzeit waschen kann und auch mehr Wert darauf legt, dass die Frisur nicht zerdrückt wird. Der Hut wurde aus unserem Alltag zwar so gut wie verdrängt, er ist aber als Urahn unserer heutigen Kopfbekleidung anzusehen. In der heutigen Sportswear hat die Baseballkappe den Hut aus weiten Teilen des Sports verdrängt. Man findet den Hut aber noch standardmäßig bei verschiedenen Sportveranstaltungen. Im Pferdesport wird z.B. der braune Trilby getragen. Die bekanntesten Hutformen sind die Melone und der Zylinder. Die Melone mit ihrer steifen Krempe wurde ursprünglich als Hut für Wildhüter entwickelt. Der kuppelförmige, aus Filz gefertigte Hut sollte vor allem unterwegs nicht vom Kopf gestreift werden. Die Melone ist ein typisch englisches Kleidungsstück. Sie war in London bis in die sechziger Jahre der Hut der Börsenmakler und Banker. Besondere Bekanntheit erlangte die Melone dadurch, dass der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill Melonenträger war. Auch die Komiker Stan Laurel und Oliver Hardy sowie Charlie Chaplin, die diesen Hut in ihren Rollen trugen, machten die Melone weltweit bekannt. René Magritte setzte der Melone in seinem Bild „Der Mann mit der Melone“ ein Denkmal. Darauf zu sehen ist ein Mann mit Melone, der einen schwarzen Anzug trägt und vor seinem Gesicht einen Apfel hat. Man kann das Gemälde als Sinnbild der Anonymisierung sehen, die dadurch entstand, dass viele Männer die Melone und den schwarzen Anzug zur Arbeit trugen und dadurch ohne Individualitätsgefühl in der Masse untergingen. Heutzutage ist unser Haarschnitt Ausdruck unser Individualität und Zeichen der Abgrenzung gegenüber anderen. Die Melone und auch der Hut insgesamt wurden aus weiten teilen des gesellschaftlichen Lebens verdrängt. In der heutigen Zeit findet man die Melone nur noch auf den Köpfen der Gardeoffiziere der Queen. Sie ist also noch nicht komplett aus dem Leben der Engländer verschwunden. Der hohe, steife Zylinder hat – wie der Name bereits verrät – eine zylindrische Form und verfügt über eine starre Krempe. Er ist der förmlichste aller Hüte. Im 19. Jahrhundert gehörte er zu den beliebtesten Hüten und wurde zum Hut des Bürgertums. Der Zylinder setzte sich als Teil der Berufsbekleidung bei Schornsteinfegern und Kutschern durch. Man findet ihn heute noch als Symbol der Magie. Der französische Zauberkünstler Comte soll der erste gewesen sein, der ein weißes Kaninchen aus einem Zylinderhut gezaubert hat. Außerdem taucht der Zylinder in vielen Kindergeschichten, wie z.B. Alice im Wunderland von Lewis Carroll, auf. Der Zylinder wird in der heutigen Zeit nur noch bei besonders feierlichen Anlässen getragen. Kombiniert wird er dann zum Cutaway oder Frack.

Jetzt trägt Mann Mütze und Cap

Heutzutage trägt man natürlich keine Hüte mehr. Da der Sinn einer Kopfbekleidung, der im Schutz gegen Regen, Schnee und Sonne besteht, bis heute Bestand hat, greift man stattdessen zu modischen Mützen und Caps. Die neuesten Modelle finden Sie selbstverständlich bei Hirmer, Ihrer ersten Anlaufstelle für hochwertige Herrenmode.