23. Februar 2017

Die Geheimnisse hinter jedem Dresscode

Ob im Beruf oder Privatleben – in jedem Bereich unseres Lebens zählen gute Manieren und Umgangsformen. Dazu gehört auch die richtige Kleidung. Wir geben Dir hier einen Überblick. Das Wichtigste aber zuerst: Der Anlass bestimmt die Kleidung!

Businesswear oder Bürokleidung:

Hier kann man zunächst festhalten: Je höher die Position innerhalb einer Hierarchie, umso dunkler werden die getragenen Farben. Ähnlich verhält es sich bei feierlichen Anlässen. Je feierlicher das Event, umso dunkler und kälter die Farben. Das klassische Business-Outfit für Herren besteht aus Anzug mit Krawatte. Besonders bei hohen Temperaturen sollte Wert auf die Qualität des Stoffes gelegt werden.

Dos

Anzugshosen mit richtiger Beinlänge: Hosensaum im Stehen etwa 0,5 bis 1 cm oberhalb des oberen Schuhabsatzrandes

Socken, lang genug, um den Blick auf das Bein zu vermeiden

Feet of a businessman

Don‘ts

• Großgemusterte Jacketts

• Tennissocken

• Abgelaufene Schuhsohlen

• Zu viel Schmuck

• Comicprints, z.B. auf Krawatten oder Socken

portrait of handsome casual man in plaid jacket and orange tie, smiling at the camera in white studio background

Casual Wear:

Casual bedeutet auf Deutsch soviel wie: frei, bequem. Dementsprechend steht dieser reine Casual Look für elegante Freizeitbekleidung. Das bedeutet aber nicht: Jogginghose und Tennissocke welcome! Vielmehr trägt man z.B. Hose mit Sakko und Poloshirt. Die Krawatte kann hier getrost im Schrank bleiben. In Italien und Frankreich wird häufig auch das Sakko weggelassen. Stattdessen hängt man den Pulli lässig über die Schulter. Das Motto: „No brown in town“ gilt hier eben gerade nicht. Entsprechend sind also braune Schuhe oder Cordanzüge mit diesem Dresscode bestens kompatibel.

Smart Casual Wear oder sportlich-elegant:

Bei Smart Casual handelt es sich um ein legereres Business-Outfit. Das heißt, man trägt einen Tagesanzug, kann aber die Krawatte weglassen. Upper Casual Wear oder Business Casual: Der Unterschied zwischen den beiden ist, dass Upper Casual eher die gehobene Variante von Freizeitbekleidung ist. Wie z.B. eine Baumwollhose mit einem Polohemd und einem Sakko. Business Casual ist eher die lockere Variante mit einemButton-Down- oder Polohemd, feinem Strickpullover und Flanellhose. Casual Friday: Der Casual Friday ist eine amerikanische Erfindung. In den 50er Jahren wurde den Mitarbeitern erlaubt, in legerer Kleidung zur Arbeit zu kommen, damit Du Deine Anzüge reinigen lassen kannst. Auch in deutschen Unternehmen und Großkonzernen hat der Casual Friday Einzug gehalten und wird als Einstimmung auf das nahende Wochenende gelebt. Dazu trägt man Sakko und Hose, möglich hier auch eine Jeans, aber ohne Krawatte. Denkbar sind zudem Anzüge aus Leinenstoff, die aufgrund ihrer Knittereigenschaften unter der Woche eher verpönt sind.

Das Sakko

• Die Länge eines Sakkos soll im Business-Bereich immer das Gesäß bedecken.

• Die Bewegungsfalte darf nicht zu groß sein, da sonst die Passform des Rückens nicht mehr stimmt.

• Der Schulterbereich soll mit der Schulter selbst abschließen. Ist das nicht der Fall, dann fällt das Sakko am Rücken ein und die Passform ist nicht mehr ideal.

• Die Manschette des Hemdes soll 1 cm unter dem Sakko herausschauen.

• Die klassische Armlänge schließt mit der Handwurzel ab. Man sollte darauf achten, dass die gesamte Handfläche zu sehen ist.

• Das Revers soll glatt am Oberkörper anliegen.

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Übrigens: Um festzustellen, ob ein Sakko wirklich sitzt, braucht es Zeit. Trag’ das neue Stück beim Anprobieren so lange wie möglich und testen Sie es auf Herz und Nieren – im Stehen, im Sitzen, in Bewegung, in Ruhe. Fred Astaire soll bei Anproben im Atelier seines Schneiders regelmäßig durch die Räume getanzt sein, um dann mitten in der Bewegung innezuhalten, um zu überprüfen, ob sich der Kragen seiner Jacke vom Hemdkragen gelöst hat.

Das Hemd

Hemden zu einem klassischen Anzug sind üblicherweise weiß oder hellblau. Sehr stilsichere Träger müssen auf gestreifte oder karierte Hemden nicht verzichten, jedoch muss dann die Krawatte dazu passen und ein allzu unruhiger Mix vermieden werden. Ein Hemd, das ohne Krawatte getragen wird, muss am obersten Knopf offen bleiben, hingegen darf dieser nicht geöffnet sein, wenn eine Krawatte getragen wird.

• Die richtige Ärmellänge eines Hemdes geht bis zum Handwurzelknochen, so dass ca. 1 cm aus dem Sakko herausschaut. Unabhängig davon wie lang ein Arm ist. Auch bei angewinkeltem

Arm sollte der Ärmel bis zur Daumenwurzel reichen.

• Die Manschette sollte 1 cm unter dem Sakko-Ärmel herausschauen. Bei feierlichen Anlässen sollte man eher zu Umschlagmanschetten greifen.

• Das Hemd sollte so lang sein, dass es beim Bücken nicht aus der Hose rutscht.

• Zu Feierlichkeiten, besonders wenn Du eine Fliege trägst, raten wir Ihnen zu einem Hemd mit verdeckter Knopfleiste.

• Bei der Größe eines Hemdes unterscheidet man zwischen Halsweite (38-44) und Sportgröße (S-XXL).

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Schnittformen:

Slim Fit: Schmale Passform, tailliert, geeignet für schlanke Männer.

Body Fit: Noch schmäler, Bewegungsfreiheit durch einen Anteil an Elastan.

Custom Fit: Mittlere Passform. Leicht antailliert und die gängigste Passform.

Classic Fit: Normale Form ohne jegliche Taillierung.

Kragenformen:

Haifisch-Kragen: Der Haifisch-Kragen, auch Spreizkragen, ist durch seine etwas kürzeren und sehr weit auseinander liegenden Kragenspitzen – den Haifischflossen ähnelnd – leicht zu erkennen. Diese bieten viel Platz für einen breiten Krawattenknoten wie z. B. den Windsor-Knoten. Dieser Kragen sollte immer mit einer Krawatte kombiniert werden, da er sonst zu offen aussieht. Kent-Kragen: Der elegante Kent-Kragen ist der absolute Klassiker für Anzüge. Der spitze, kurze Kragen bietet genug Platz für fast alle Knoten und Krawattenformen, aber auch die klassische Fliege. Dank dieser Vielseitigkeit passt der Kent-Kragen sowohl zum Business-Anzug als auch zur Lederjacke. Button-Down-Kragen: Die wohl lässigste Kragenform – wenn man ein paar Regeln beachtet: Kragenschenkel immer festknöpfen und die Krawatte im Schrank lassen. Falls Du trotzdem nicht auf sie verzichten möchten, empfiehlt sich eine Strickkrawatte, gebunden mit dem ungezwungenen Fourin-Hand. Zu allen sportlichen und freizeitlichen Kombinationen, vor allem zu rustikaleren Stoffen wie Tweed, Fischgrät, Cord und Jeans, macht der Button-Down-Kragen die beste Figur.

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Die Hose

Die Länge:

• Bei der klassischen Hosenlänge darauf achten, dass sie (ohne Schuhe) mit dem Boden abschließt. Bei modernen Schnitten sollte die Absatzoberkante frei sein und die Hose ca. 1 cm über der Absatzoberkante enden.

• Das Hosenbein hat im vorderem Bereich nur einen Knick. Bei der Änderung wird die Hose abgeschrägt, d.h vorne etwas kürzer gemacht.

Die Bundweite:

• Die Bundweite ist jedem selbst überlassen. Der eine mag es enger, der andere weiter.

Die Knöpfe:

• Knöpfe oder der Verschluss dürfen nicht unter Spannung stehten. Du kannst es überprüfen, indem Du eine Sitzprobe machen.

Die Taschen:

• Bei den Taschen ist darauf zu achten, dass sie nicht auf Zug sitzen.

Die Fußweite:

• Die Fußweite ist von der Hosenform abhängig, je modischer die Hosenform, umso schmäler ist die Fußweite.

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Die Socken:

• Zu dunkeln Hosen trägt man dunkle Socken

• Im Business Bereich trägt man besser Kniestrümpfe, damit man das nackte Bein beim Sitzen oder Bücken nicht sehen kann.

Die Accessoires

• Die Krawattenspitze endet 1 cm unter dem Hosenbund bzw. Gürtel.

• Der Krawattenknoten schlägt bis zum Kragen an, sodass kein Zwischenraum ensteht.

• Das schmale Ende der Krawatte steckt in der Schlaufe der Innenseite.

• Manschettenknöpfe sollten zum Rest des Outfits passen.

• Im Business-Bereich wird ein flacher, schmaler Ledergürtel getragen.

• Zu Jeans oder Chinos passt auch ein breiterer Gürtel.

• Die meisten Gürtel haben fünf Löcher. Idealerweise sitzt der Dorn im dritten.

Falls Du Dein Wissen noch vertiefen möchtest, kannst Du Dich hier zu einem unserer Modeworkshops anmelden: http://www.hirmer.de/Mode-Workshop/

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One thought on “Die Geheimnisse hinter jedem Dresscode

  1. Alabama91 sagt:

    Eure Looks sind wirklich toll. Ich stehe total auf Masshemden und Massanzüge. Ich finde sowas auch ausserhalb vom Beruf wirklich schick und man kann es auch im Alltag tragen, sofern man nicht gerade zu Hause rum sitzt. 🙂

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